All the world’s a stage

Das weiß man nicht erst seit Shakespeare: Die Erde ist eine Bühne.
Auf der Bühne wird verhandelt, worüber eine Gesellschaft reden muss.
Zur Zeit läuft: Der letzte Akt eines modernen Theaterstücks:  

Die Nobilität erteilt dem Schicksal Befehle –

wieviele Verbrechen begangen werden für immer mehr Reichtum,

wieviel Unrecht geschieht im Namen der Freiheit,

wieviel Vernichtung durchgesetzt wird für Wachstum,

wieviel Krieg geführt wird ohne jeden Nutzen,

wieviel Zerstörung der Glaube an ein Jenseits anrichtet.


Die Zivilisation trägt die Verantwortung und jammert,

wieviel Energie aufgewendet wird für den Ruin des Klimas,

wieviel Verschwendung betrieben wird ohne jeden Genuss,

wieviel Ignoranz aufgewendet wird für die Gesundheit,

wieviel Geschrei erhoben wird wegen Nichtigkeiten,

wieviel Misstrauen in jeder Hoffnung steckt.

Das Randgruppenmilieu ist  empört darüber,

wieviel Nichtachtung man der Bildung widmet,

wieviel Dummheit sich behauptet gegen alle Vernunft,

wieviel Hass verbreitet wird zur Durchsetzung einer Meinung,

wieviel Geschmacklosigkeit die neuen Trends enthalten, 

wieviel Moral es braucht, den Nachbarn zu demaskieren.


Und die Bühnenarbeiter stellen verzweifelt fest:
Die Sozialisten werden immer unsozialer, 
die christlichen Parteien werden immer gottloser, 
die Liberalen werden immer absolutistischer, 
die Grünen werden immer farbloser, 
die Kommunisten werden immer zaghafter, 
die Nazis werden immer mehr.

Die Erde aber, diese einzigartige Bühne, verzweifelt nicht, 
denn am Ende geht der eiserne Vorhang runter, 
und irgendwann beginnen die Proben für die nächste Premiere: 
Wie Es Euch Gefällt.

02.12.2023




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