– Das aktuelle Buch

we-Venske

Das Buch zum Programm „Satire – gemein aber nicht unhöflich“

Wir Deutschen sind ein Volk von Satire-Experten. Jeder, der das Wort einigermaßen richtig schreiben kann, hat dazu auch eine meist völlig informationsfreie Meinung. Folglich endet die Diskussion über die Frage „Was darf Satire?“ fast immer im Geschwafel. Kenner wissen, Tucholsky beantwortete die Frage mit: „Alles!“

Aber im „dürfen“ steckt eine Einschränkung, denn „dürfen“ und „alles“ schließen sich aus. „Dürfen“ bedeutet: Irgendwo ist eine Grenze. Satire „darf“ sich nicht „alles“ gestatten … aber die Satiriker selbst müssen die Grenze ihrer Satire bestimmen, und niemand hat das Recht, der Satire Vorschriften zu machen.

Rezension von Oliver Hochkeppel in der Süddeutschen Zeitung:

Lesenswert
Ein Affe im Hirn

Gleich am Anfang des kleinen Büchleins steht ein authentischer Fall aus den Siebzigerjahren: Ein ARD-Intendant hatte einem Mitarbeiter wegen eines satirischen Textes Mikrofonverbot „in seinem Haus“ erteilt, mit der Begründung, jener habe „den Freiraum der Satire erheblich überschritten“ und „offensichtlich kein Verständnis für das echte Wesen der Satire“. Ohne dass er es schreibt, der Autor selbst war der Betroffene: Henning Venske, der als Theatermann, als Pardon-Chefredakteur und als Kabarettist später noch oft in Konflikt mit selbsternannten Satirekennern und amtlichen Satirewächtern geraten sollte. Nach so viel Praxis und mit dem Attentat auf „Charlie Hebdo“ als letztem Anlass kam Venske nun auf die Idee, einmal grundsätzlich nach Geschichte, Wesen und Wirkung dessen zu fragen, was man Satire nennt.

„Satire ist nur ein Affe im Hirn“ heißt das Ergebnis, ein kleines Brevier, das kaum größer als DIN A6 wieder einmal beweist, dass es auf die inneren Werte ankommt. Kundig und kurzweilig verfolgt Venske die Geschichte der Satire, von Aristophanes und Lukan über die Hofnarren des Mittelalters bis zu Swift, Walter Mehring oder Margarethe Beutler. Luzide erklärt er die nie erreichten Ziele, erläutert die Inhalte und Methoden, vor allem aber die Gegner der Satire. Das Buch endet mit einem Thomas-Morus-Gebet – sehr satirisch für einen Agnostiker und Dogmenhasser wie Venske.

„Satire ist nur ein Affe im Hirn“
Westend Verlag
160 Seiten, Hardcover
ISBN 978-3-86489-117-5
EUR 14,-


(c) 2018 Henning Venske